Gesund im Job - Laura Stoiber (Instahelp)

Mut zu Fehlern am Arbeitsplatz! 4 Tipps für eine konstruktive Fehlerkultur

Sind Sie jemand, der sich manchmal schwer tut, Fehler zuzugeben? Sind Sie jemand, der öfter an sich zweifelt und den Perfektionismus in sich trägt? Kein Wunder. Schließlich leben wir in Zeiten, in denen Selbstoptimierung und Perfektionismus, egal ob im Privatleben oder im Beruf, oft propagiert wird. Doch das ist so nicht ganz richtig. Denn Optimierung ist immer ein Prozess, der mit Fehlern einhergeht. Ein Prozess, der nur durch neues Ausprobieren und die damit verbundenen Erfahrungen vorangeht.

Was haben alle erfolgreichen Menschen gemeinsam?

Sie trauen sich was und legen los, statt nur von Ihren Ideen zu reden. Sie tun es einfach. Kurz gesagt: Wer viel umsetzt, hat auch größere Chancen auf Erfolg und wirkliche Innovationen. Damit einher geht aber auch: Wer viel umsetzt, wird sicher auch viele Fehler machen. Gestaltungsprozesse gehen mit Fehlern eben einher. Denn wer keine Fehler macht, macht wahrscheinlich auch sonst nichts.

Und: Wer etwas wagt, wer neue Wege beschreitet, wer den Status quo nicht als zukunftsweisend begreift und sich aus seiner Komfortzone bewegt, wird früher oder später Fehler machen. Deshalb sind genau die Menschen, die öfters Fehler machen, die cleversten und couragiertesten, mit den neuen Ideen und dem Mut, Dinge umzusetzen. Wir lernen aus Fehlern, ob wir wollen oder nicht. Hier wirkt auch die Transparenz von Fehlern wie ein Wunder. Denn so lernen auch die anderen von Fehlern im Unternehmen und es verbessern sich gleichzeitig ganze Teams.

Deswegen möchte ich mit einem Zitat von Bill Gates beginnen:

„I failed in some subjects in exam, but my friend passed in all. Now he is an engineer in Microsoft and I am the owner of Microsoft.“

 

Hier 4 Tipps für eine konstruktive Fehlerkultur

Tipp 1. Offene Kommunikation

Wenn einen etwas stört – sei es am Job, an Freunden oder an dem/-r PartnerIn – sollte man den Dialog suchen und das Problem offen ansprechen. Denn es kann nur besser werden, wenn man es anspricht, und im Endeffekt hat man nichts zu verlieren. Es hilft nichts, die Gedanken im Kopf hundertmal durchzugehen, wenn sie erst gar nicht beim richtigen Empfänger ankommen. Menschen machen sich bekanntlich die meisten Gedanken über Dinge, die dann zu 80 % gar nicht eintreten. Auch wenn dem Gegenüber die angesprochenen Mängel oder Fehler vielleicht nicht gefallen, werden sie mit Sicherheit den Mut zu einer ehrlichen Kommunikation schätzen und es fällt eine riesige Last von einem. Und um Albert Einstein zu zitieren:

„Es ist leichter, Probleme zu lösen, als mit ihnen zu leben.“

 

Tipp 2: Fehlerhaltung systemisch fördern

Hier geht es um Entpersonalisierung von Fehlern und hin zu einer systemischen Anwendung, damit sich eine offene Haltung entwickeln kann. Jeder Mensch hat durch seine Erfahrungen eine individuelle Haltung im Umgang mit Fehlern gebildet. Im gleichen Sinne hat jede/r MitarbeiterIn gelernt, wie das Unternehmen mit Fehlern umgeht (systemische Fehlerhaltung). Der erste Schritt in eine konstruktive und lernende Fehlerkultur ist es daher, diese vielfältigen, individuellen und systemischen Fehlerhaltungen im Unternehmen sichtbar zu machen und darüber sprechen zu können. Beispielsweise via Intranet oder Online-Plattformen, sodass alle MitarbeiterInnen sehen, Fehler passieren jedem und alle können gleichzeitig davon lernen.

Tipp 3: Offenheit als Führungskraft vorleben

Führungskräfte können einen offenen Umgang mit Fehlern und eine andere Bewertung dieser praktizieren, indem sie den Mut dafür anerkennen. Man kann honorieren, wenn MitarbeiterInnen Fehler nicht vertuschen, nicht kleinreden oder sich permanent aus der Mitverantwortung herauslamentieren, und man kann es belohnen, wenn sich MitarbeiterInnen selber aktiv einbringen, um die Probleme aufzudecken, die zu diesem Fehler geführt haben. Außerdem wäre ein Tipp, in Meetings als Führungskraft selbst offen über Fehler, die einem passiert sind, zu reden und was man daraus gelernt hat. Das zeigt Selbstbewusstsein, Menschlichkeit, Sympathie und vor allem Charisma.

Tipp 4: Experimentieren und Ausprobieren fördern

Neue Produkte oder Dienstleistungen werden erst in Prototypen oder durch Ausprobieren erprobt. Design Thinking beispielsweise bietet als Innovationsmethode eine ausgewogene Balance zwischen kreativen und analytischen Verfahren. In dieser Methodik sind Fehler sogar essentiell, um rasch von ihnen zu lernen und sich stetig zu verbessern. Denn nur durch Ausprobieren und oft auch durch zahlreiche Fehler sind viele tolle Innovationen und Produkte entstanden. Oder um Hendry Ford zu zitieren:

„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.“

 
Fehler sind menschlich. Wandel, Erneuerung und Innovation brauchen einen gestalterischen Freiraum, in dem Fehler, Experimente und kalkulierbare Risiken unverzichtbare Lernchancen bieten. In einigen agilen Kreisen heißt es daher: Fail early to succeed faster!

Fotocredit: iStock.com/photoschmidt


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Annette Wallisch-Tomasch

Mag. Dr. Annette Wallisch-Tomasch

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin

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